MedienbeitragBioökonomie

Bericht vom Global Bioeconomy Summit

Ein Elitenprojekt unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Quelle

fdcl – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.

https://www.fdcl.org/2018/05/bericht-vom-global-bioeconomy-summit-ein-elitenprojekt-unter-ausschluss-der-oeffentlichkeit/

Autoren

Anne Tittor

Am 19. und 20. April 2018 fand in Berlin der zweite Global Bioeconomy Summit statt. Über 800 TeilnehmerInnen aus aller Welt hatten sich versammelt, um ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über die Transformation zur Bioökonomie zuzuhören. Veranstaltet wurde der Summit vom Bioökonomierat, einem Expertengremium, das die Bundesregierung zum Themenfeld Bioökonomie berät und internationale Netzwerke dazu aufgebaut hat.

Das Ziel der Veranstaltung fasst Joachim von Braun, Ko-Vorsitzender des Bioökonomierates, folgendermaßen zusammen: „Mit dem Global Bioeconomy Summit haben wir ein Veranstaltungsformat initiiert, das eine breite internationale Expertise zur Bioökonomie, zu Innovationen, zur Biodiversität und zur Nachhaltigkeit unter einem Dach zusammenbringt. Nur so kann es gelingen, wichtige Hürden auf dem Weg zur biobasierten Wirtschaft zu identifizieren, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und diese langfristig auf die internationale Politikagenda zu setzen“.

Allerdings zeigte der Verlauf der Veranstaltung, dass das Ganze als reines Expertenformat von BefürworterInnen der Bioökonomie angelegt war und zahlreiche kontroverse Fragen nicht behandelt wurden. Über das Ereignis wurde in den deutschen Medien nicht berichtet, obwohl neben vielen hochrangigen WissenschaftlerInnen und ausländischen Gästen auch zwei MinisterInnen der Bundesregierung (Julia Klöckner und Anja Karliczek) auftraten. Hier diskutierte eine globale Elite über die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft - aber dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Nun ist dies bereits der zweite Global Bioeconomy Summit; der erste fand 2015 ebenfalls in Berlin statt. Im Kontrast etwa zu den letzten Klimagipfeln sind weder zahlreiche NGOs und zivilgesellschaftliche Initiativen auf dem Gipfel anwesend noch organisieren sie ein kritisches Begleitprogramm inklusive Demonstrationen und Protesten. Das Ereignis wird auch im Unterschied zum Klimagipfel nicht medial rezipiert und damit verbunden das zugrunde liegende Thema auch nicht breit diskutiert.

Download des gesamten Berichts: 

Bericht vom Global Bioeconomy Summit: Ein Elitenprojekt unter Ausschluss der Öffentlichkeit