MedienbeitragVergiftung

Monsanto zu 93 Millionen US-Dollar Zahlungen verklagt

Der Oberste Gerichtshof in West Virginia State verurteilte den Großkonzern zu Zahlungen an die Kleinstadt Nitro. Dem Entscheid zugrunde liegen Vergiftungsbelastungen der Bürger - in der Stadt wurde das militärisch genutzte Herbizid Agent Orange produziert.

Quelle

Earth. We are one.

http://earthweareone.com/monsanto-ordered-to-pay-93-million-to-small-town-for-poisoning-citizens-2/

Autoren

Christina Sarich

©2014 Earth. We are one.

Abstract

Nitro war ab 1948 ein Produktionsstandort Monsanto's für die Herstellung des Herbizids Agent Orange, welches im Vietnamkrieg großflächig zur Entlaubung von Wäldern und zur Zerstörung von Nutzpflanzen eingesetzt wurde. Die Fabrik produzierte weiter bis 2004, obwohl die fatalen Folgen des Herbizids für zahlreiche betroffene Asiaten und Kriegsveteranen, die dem Wirkstoff ausgesetzt waren, für öffentliches Aufsehen sorgten. Dioxin wird als Nebenprodukt bei der Herstellung von Agent Orange erzeugt, welches ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellt.  

Die gerichtlich zugesprochenen Forderungen der Kleinstadt an Monsanto belaufen sich auf:

- 9 Millionen US-Dollar für die Bereinigung von 4500 Häsuern die durch Dioxin-Staub kontaminiert wurden;

- 21 Millionen US-Dollar für die Untersuchung der gesundheitlichen Unversehrtheit der Menschen;

- die Überwachung des Gesundheitszustands der Bürger innerhalb der kommenden 30 Jahre; 

- zusätzliche 63 Millionen US-Dollar werden zugeteilt falls weitere Tests auf Dioxin-Belastungen nötig werden;

- jeder, der/ die in Nitro im Zeitraum vom 1. Januar 1948 bis 3. September 2010 gelebt hat, wird auf Dioxin getestet;

- ehemalige oder gegenwärtige Angestelle von Monsanto sind nicht berechtigt zu dieser Unterstützung;

- ein Büro für die Testung der Anwohner von Nitro wird eingerichtet; die Registrierung der Teilnehmer wird von dem gerichtlich bestimmten Staatsanwalt Thomas Flaherty überschaut;

Anwohner haben ein Recht individuell Klage gegen Monsanto zu erheben, falls medizinische Tests nachweislich physischen Schaden bedingt durch Dioxinbelastungen aufzeigen. Wegen der ausschlaggebenden Rolle dieser bahnbrechenden Ausgleichszahlung ist es wichtig, dass sich möglichst alle betroffenen Bürger von Nitro an der Registrierung beteiligen, um damit einen Präzedenzfall für andere Sammelklagen zu schaffen, der für Bauern und Konsumenten von genetisch veränderten Nahrungsmittel weltweit in zukünftigen Auseinandersetzungen mit Monsanto hilfreich sein kann. Die Autorin vermerkt optimistisch, dass die Zeit bald komme, einen vergleichbaren Gerichtsbeschluss zu fällen, bei dem das Herbizid RoundUp mit dem Wirkstoff Glyphosat im Fokus der Klage stünde.